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Das Verhalten der Katze
Die Jagd
Die Katze ist zwar ein Fleisch fressendes
Raubtier, die Fähigkeit und Geschicklichkeit bei der
Jagd muss sie jedoch erlernen. Die Katzenmutter dient den
Kätzchen hierbei als Vorbild, zudem lernen die jungen
Katzen durch das Spiel mit ihren Geschwistern typisches Verhalten
bei der Jagd. Geschieht dies jedoch nicht, etwa weil ein Kätzchen
alleine aufgezogen werden muss, wird die erwachsene Katze
dieses Verhalten nur schwer lernen können. Im Normalfall
bringen Katzenmütter ihrem Nachwuchs ab einem gewissen
Alter lebende Beute, an der sie die Jagd üben können.
So lernen die jungen Katzen wichtige Jagdfertigkeiten wie
den gezielten Todesbiss. Hauskatzen jagen hierbei alles, was
sich bewegt, von Fliegen angefangen bis zu Mäusen und,
nicht zu vergessen, auch anderen kleinen Nagetieren wie etwa
Hamstern. Dies sollte man stets bedenken, falls eine Katze
mit anderen, kleineren Haustieren zusammenlebt und entsprechende
Vorsichtsmaßnahmen treffen.
Hat die Katze ein geeignetes Opfer erspäht,
schleicht sie sich zunächst möglichst unbemerkt
an, wobei sie jede Deckung ausnutzt. Beim Überqueren
offener Flächen läuft sie sehr schnell im so genannten
"Schleichlauf", wobei sie den geduckten Körper
eng am Boden hält. Die Katze sucht sich so eine geschützte
Stelle möglichst nahe an der Beute. Sie visiert ihre
Beute an und versucht, diese mit einem Frontalangriff zu packen
und zu töten. Das Opfer wird dabei mit den Vorderpfoten
festgehalten. Katzen – dies gilt ebenso für die
großen Mitglieder der Familie wie Tiger oder Löwen
– töten ihre Beute durch einen gezielten Nackenbiss,
der das Rückenmark der Beute durchtrennt. Dabei ist interessant,
dass der Abstand der Fangzähne des Katzengebisses so
groß ist wie der Abstand zwischen den Halswirbeln der
üblichen Beutetiere. Die Fangzähne der Katze besitzen
spezielle Nerven, mit denen sie die Präzision des Bisses
erhöhen können: Haben sie die richtige Position
erreicht, werden Signale an das Gehirn gesandt und die Katze
beißt zu. Dieser Prozess läuft in Sekundenbruchteilen
ab.
Der Schlaf
Jeder Katzenbesitzer weiß, dass eine
Katze ausgiebige Ruhe- und Entspannungsphasen liebt. Da die
Katze als Raubtier in kürzester Zeit Höchstleistungen
erbringen muss, benötigt sie zum Ausgleich lange Schlafphasen.
Sie ist der Langschläfer unter den Säugetieren und
schläft ca. 16 von 24 Stunden. Es ist nicht zu übersehen,
dass die Katze diese Mußestunden genießt und ein
großes Talent dafür entwickelt, die gemütlichsten
Ecken des Hauses zu finden und für sich zu beanspruchen.
Dabei ist bemerkenswert, dass ihr Gehirn auch im Schlaf weiterarbeitet
und Reize aus der Umgebung aufnehmen kann, wodurch die Katze
sofort erwacht und im Notfall flüchten kann. Katzen schlafen
wie Menschen in Tiefschlaf- und Leichtschlafperioden, wobei
bei der Katze 70 Prozent des Schlafes Leichtschlafphasen sind.
Während der Tiefschlafphasen träumt die Katze, wobei
sie oft Pfoten und Krallen bewegt und auch Laute ausstößt.
Soziales Verhalten der Katze
Die Katze ist zwar in der freien Natur ein
Einzelgänger, verhält sich aber dem Menschen gegenüber
gesellig. Der Grad der Geselligkeit kann stark variieren,
vom anhänglichen "Salonlöwen" zur mehr
oder weniger unbeachtet lebenden Bauernkatze, die nie ein
Wohnhaus betritt. Dennoch ist die Katze nicht der Einzelgänger,
der sie auf den ersten Blick zu sein scheint. Auf Bauernhöfen
bilden sich oft matriarchalisch geprägte Strukturen und
in Städten wild lebende Katzen, finden sich zu regelmäßigen
Treffen ein, deren Bedeutung bis heute nicht ermittelt werden
konnte. Auch Hauskatzen können untereinander innige Bindungen
entwickeln. Dennoch geht die Katze bei aller Geselligkeit
stets alleine zur Jagd. Lebt die Katze aber in einem Haushalt,
entwickelt sie eine innige Bindung an ihren menschlichen Gefährten.
Unabhängig davon, ob sie in einer Wohnung oder im Freien
lebt, beansprucht die Katze ein Territorium für sich,
das von einer Zimmerecke bis hin zu ganzen Straßenzügen
reichen kann. Die menschlichen Siedlungen sind innerhalb der
"Katzengesellschaft" nach Territorien unterteilt,
die Katze ist sich ihres Territoriums sehr bewusst, das sie
auch gegen Eindringlinge verteidigt. Dabei kann man beobachten,
dass Katzen Gebiete regelrecht einteilen, es gibt Treffpunkte,
Jagdgebiete, Wege und Niemandsland (meist von Hunden bewohnte
Teile der Siedlung). Auch bei der Benutzung der Wege existiert
eine klare Ordnung: Es gibt allgemeine Wege und solche, die
nur von einer bestimmten Katze benutzt werden dürfen.
Diese Regelungen sind so genau, dass es durchaus möglich
ist, dass eine Katze zu einer bestimmten Zeit des Tages einen
Weg exklusiv nutzen darf, während zu einer anderen Zeit
eine andere das Nutzungsrecht inne hat.
Die Hierarchie innerhalb der Katzengesellschaft
bildet sich aus vorwiegend matriarchalischen Strukturen, d.h.
die Katzenmutter mit den meisten Jungen steht an der Spitze.
Im Falle einer Kastration sinkt ihr sozialer Status. Kater
scheinen ihre Macht über Grundbesitz zu definieren, der
Kampferfolg bestimmt ihr soziales Ansehen. Sie haben nicht,
wie bei vielen männlichen Tieren üblich, einen "Harem"
aus Katzen um sich. Scheinbar erwählen weibliche Katzen
ihre Partner nicht zwangsläufig nach dem Kriterium der
körperlichen Stärke, da sie sich nicht grundsätzlich
mit dem "Topkater", dem stärksten Männchen
des Territoriums, paaren. Kastrierte Kater stehen immer am
Ende der Hierarchie, da nach der Kastration der Testosteronspiegel
im Blut sinkt und der beißende Geruch des Urins allmählich
verschwindet. Die Männlichkeit und damit der soziale
Stellenwert des Katers wird vermutlich daran gemessen, da
im Laufe dieses Prozesses der Kater immer mehr in der Rangordnung
sinkt.
Eine Verhaltensweise der Katzen gibt den
Wissenschaftlern bis heute Rätsel auf: Sie treffen sich
an bestimmten Orten und sitzen friedlich zusammen. Diese Treffen
haben meist keine sexuelle Komponente, sondern scheinen ein
Bestandteil des gesellschaftlichen Lebens zu sein. Der eigentliche
Zweck dieser Treffen ist jedoch unklar.
Kommunikation
Katzen verständigen sich untereinander
hauptsächlich über Körpersprache. Körperhaltung
und Gesichtsausdruck werden durch die Fellzeichnung und die
Schwanzhaltung unterstrichen. Die Stellung des Schwanzes und
der Ohren sowie die Erweiterung oder Verengung der Pupillen
zeigen dem Gegenüber die Stimmung der Katze. Ist der
Schwanz aufgeplustert und nach unten durchgebogen, sind die
Ohren der Katze seitlich gefaltet und die Pupillen verengt,
zeigt dies die Aggressivität der Katze an. Zudem richten
sich ihre Schnurrhaare nach vorne und der Kopf wird eingezogen.
Indem die Katze ihre Körperhaare sträubt, plustert
sie sich auf und erscheint dem Gegenüber größer.
Sind die Ohren nach hinten an den Kopf angelegt und der Schwanz,
dessen Haare gesträubt sind, leicht nach oben gebogen,
ist sie ängstlich. Eine freundliche Katze zeigt einen
steil aufgerichteten Schwanz, der auch an der Spitze durchgebogen
sein kann, und große Pupillen. Will eine Katze unbemerkt
vorbeischleichen, vermeidet sie Blickkontakt. Katzen suchen
nicht unbedingt den offenen Kampf – es sei denn, es
handelt sich um rivalisierende Kater –, sondern ziehen
häufig die Vermeidung von Konflikten vor.
Eine weitere Kommunikationsmöglichkeit
bietet der Geruch. Er wird an Kopf (Duftdrüsen) und Schwanz
erschnuppert und verrät den sozialen Rang. Diese Verständigung
über Duftmarken würde dem Menschen gänzlich
verborgen bleiben, gäbe es nicht den beißenden
Geruch des Katerurins. Durch diese Markierungen sichern Katzen
ihr Revier.
Zudem verfügt die Katze über ein
breites Repertoire an Lautäußerungen. Diese benutzt
sie besonders, um mit dem Menschen zu kommunizieren. Katzen
untereinander benutzen akustische Signale meist nur zur Verstärkung
der übrigen Körpersprache.
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