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Katzen-Mythologie
Verehrt, vergöttert, gefürchtet und
verfolgt. Die Palette der Mythologie rund um die
Katze ist sehr breit.
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Katzen im ägyptischen Reich
Die Verehrung der Katze entstand vermutlich
aus der Verehrung des Löwen, der in der altägyptischen
Religion im Zusammenhang mit der Kraft der Sonne gesehen wurde.
Dies beruht auf der altägyptischen Annahme, dass der
Sonnengott Ra im Laufe eines Tages ein Menschenleben durchlebt
und mit seinem Tod die Sonne erlischt. Die Dämmerung
ist dabei die Zeit, in der er am schwächsten und die
Bedrohung durch böse Geister am größten ist.
Das Sonnenlicht Ras wurde angeblich dadurch
gerettet, dass es in den Augen der am Nilufer ruhenden Löwen
erhalten blieb. Ihre Augen leuchteten in der Dunkelheit und
Ra konnte am nächsten Morgen wieder geboren werden. Durch
die Darstellung der Sphinx – ein Löwe mit einem
menschlichen Kopf – wurde der Zusammenhang zwischen
Gottheit und Löwe weiter verdeutlicht.
Die ägyptischen Götter wurden mit
menschlichen Körpern dargestellt, wobei die jeweilige
Gottheit den Kopf des ihr zugewiesenen Tieres trug. Zahlreiche
Gottheiten wurden mit Katzen oder Löwen assoziiert. Die
wichtigsten sind Sekhmet (auch Sachmet) und Bastet. Sekhmet
besitzt einen Löwenkopf und wird mit der zerstörerischen
Kraft der sengenden Sonne assoziiert, Bastet mit dem Katzenkopf
ist dagegen wohlwollend und symbolisiert die fruchtbare Seite
der Sonne. Bastet wird oft zusammen mit ihren Jungen dargestellt
und steht unter anderem für die Morgendämmerung,
den Tanz und das Heim. Sekhmet, auch "Auge des Ra"
genannt, steht für die Macht, die das Gute beschützt
und das Böse auslöscht. Der Dualismus Bastet/ Sekhmet
ist allerdings nicht absolut zu betrachten, auch die Macht
Sekhmets schließt Mutterschaft nicht aus. So findet
sich Sekhmet in verschiedenen Darstellungen als Mutter, die
einen Gott säugt.
Unter
den vielen Festen, die zu Ehren der Götter gefeiert wurden,
war das der Bastet eines der beliebtesten. Die Göttin
erlangte große Bedeutung, als die Stadt der Bastet,
Bubastis, in der 22. Dynastie (1070-712) zur Hauptstadt erhoben
wurde. Hierzu findet sich eine ausführliche Schilderung
des Geschichtsschreibers Herodot aus dem 5. Jahrhundert v.Chr.
Er beschreibt, wie zahlreiche Katzen für Bastet mumifiziert
oder auch geopfert wurden, zudem war die Stadt das Ziel vieler
Pilger. Des Weiteren berichtet Herodot von Trauerritualen,
bei denen sich ägyptische Katzenbesitzer für ihre
verstorbenen Katzen die Augenbrauen und Haare abrasierten
und die toten Katzen zur Balsamierung nach Bubastis brachten.
Wegen der Verehrung der Katze wurde ein Ausfuhrverbot für
Katzen verhängt, das ihre Verbreitung zunächst verhinderte.
Katzen im Mittelalter
Die positive Besetzung der Katze endete im
Mittelalter. Die christliche Religion empfand jeden heidnischen
Glauben und dessen Rituale als Bedrohung und ging gegen Andersgläubige
massiv vor. Katzen zählten zu den Tieren, die besonders
mit heidnischem Glauben in Verbindung gebracht wurden. Dabei
wurde der Katze unter anderem ihre Verbindung mit der nordischen
Mythologie zum Verhängnis. Sie galt dort als Symbol der
Fruchtbarkeit und wurde beispielsweise mit der Göttin
Freya assoziiert; so finden sich Darstellungen, auf denen
Freya in einem Wagen fährt, der von Katzen gezogen wird.
Zudem besitzt die Katze zahlreiche Eigenschaften, die von
den christlichen Theologen alles andere als positiv ausgelegt
wurden. Die Tatsache, dass sie sich bei der Jagd an ihre Beute
anschleicht, geriet ihr zur Falschheit. Ebenfalls war ihr
geräuschvolles Verhalten bei der Paarung sowie ihre Fruchtbarkeit
nicht dazu geeignet, sie bei den Kirchenfürsten in ein
gutes Licht zu rücken. Das häufige Schlafen der
Katze wurde als Faulheit angesehen, ihre Nachtaktivität
wurde mit häretischen Umtrieben gleichgesetzt. Dies ist
mittelalterlichen Schriften und Predigten über Katzen
zu entnehmen. Auch das Schmeicheln wurde als Eigenschaft der
Ketzer beschrieben, die angeblich versuchen würden, durch
Schmeicheln ihre Lehren unters Volk zu bringen. Berthold von
Regensburg (um 1210-1272) zufolge begründet sich durch
diese Gemeinsamkeiten die Verwandtschaft der Begriffe "Katze"
und "Ketzer".
So fand ein ganzer Sündenkatalog auf die Katze Anwendung
und sie wurde als Gefährtin von Dämonen und dem
Teufel selbst erbittert verfolgt und getötet. Es wurden
Geschichten über Hexen erzählt, die auf katzenartigen
Monstern zu ihren dämonischen Treffen ritten. Menschen,
die Katzen allzu freundlich gesonnen waren, wurden verdächtigt,
Hexen zu sein. Dieses finstere Kapitel der Geschichte kostete
nicht nur vielen Menschen, sondern auch unzähligen Katzen
das Leben.
Mythen und Legenden
In den Mythen und Legenden, die sich auf der ganzen Welt
um die Katze ranken, spiegelt sich die unterschiedliche Rezeption
der Katze wider.
Eine arabische Legende besagt, dass die Lieblingskatze des
Propheten Mohammed im Ärmel seines Gewandes einschlief.
Um sie nicht zu wecken, schnitt er sich den Ärmel ab.
Als die Katze ihm dafür dankte, streichelte er ihr dreimal
über den Rücken und sie erhielt von ihm die Gabe,
immer auf die Füße zu fallen. Zudem sagt ein arabisches
Sprichwort, dass jeder, der eine Katze tötet, als Buße
sieben Moscheen bauen muss.
Eine in Europa weit verbreitete Legende ist die der Brücke
des Teufels. Da der Teufel den Bewohnern eines Dorfes dabei
geholfen hatte, eine Brücke zu bauen, hatten sie ihm
die Seele des ersten Lebewesens, das die Brücke überschreiten
würde, versprochen. Als die Eröffnung stattfinden
sollte, gelang es dem Geistlichen der Gemeinde, dem Teufel
ein Schnippchen zu schlagen, indem er als Erstes eine Katze
über die Brücke laufen ließ.
Eine Fabel Äsops berichtet, dass eine Katze sich unsterblich
in einen menschlichen Jüngling verliebte. Die Göttin
Venus erhörte ihre Klagen und verwandelte sie in eine
junge Frau. Jedoch konnte sie nicht damit aufhören, auch
als Mensch jeder Maus nachzujagen. Darüber war Venus
so erzürnt, dass sie das Mädchen wieder in eine
Katze verwandelte.
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